Hausarztmodelle - die Krankenkassen-Informationen sind nicht immer ehrlich

Unter Hausarztmodellen versteht man ein Krankenkassenmodell, das die Patienten dazu verpflichtet, vor dem Aufsuchen eines Spezialarztes (ausser dem Augenarzt und dem Frauenarzt) zuerst den Hausarzt zu konsultieren. Weil die Gesundheitsökonomen herausgefunden haben, dass Hausärzte mit den heutigen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten viele Krankheiten kostengünstiger behandeln können, gewähren Krankenkassen einen Prämienrabatt von 10-15% in den Hausarztmodellen.

 

Krankenkassen sind nicht verpflichtet, Hausarztmodelle anzubieten. Von den grossen Krankenkassen bieten alle ausser Helsana und Swica Hausarztmodelle an. Letztere beiden Krankenkassen bieten wohl ein sog. "Hausarztmodell" an, was aber eine Täuschung ist: Bei diesen beiden Kassen ist der behandelnde Arzt in ein Budget-Beteiligungsmodell eingeschlossen, profitiert also davon, wenn er seine Patientinnen und Patienten möglichst wenig abklärt und möglichst billig behandelt. Ich warne deshalb vor den Helsana- und Swica-"Hausarztmodellen". Unsere Praxis hat aus demselben Grund bisher bei keinem sog. Netzwerk mitgemacht, bei denen die Ärzte ebenfalls am Erfolg der Krankenkassen mitbeteiligt sind. Nachdem die Netzwerk-Initiative vor ein paar Jahren abgelehnt worden ist, hoffen wir, noch lange ohne dieses Gewinnbeteiligungssystem  - d.h.: je billiger man die Patienten behandelt, umso grösser ist der eigene Gewinn - in der Hausarztpraxis arbeiten zu können. Wir Hausärzte werden im übrigen von den Krankenkassen nie angefragt, ob wir in einem Hausarztmodell mitmachen wollen oder nicht: Ich weiss deshalb kaum einmal, auf welchen Krankenkassen--Hausarztmodell-Listen unsere Praxis geführt wird...

 

s. auch:  www.saez.ch/docs/saez/2012/36/de/saez-00904.pdf