Zwänge / Zwangsstörung

Bei Zwangsstörungen werden oft drei Gruppen von Zwängen unterschieden:

 

  • Zwangsverhalten
  • Zwangsgedanken
  • Zwangsimpulse

 

Als Zwangsverhalten werden Verhalten bezeichnet, die als solche durchaus sinnvoll sind, durch die Häufigkeit ihres Auftretens aber die Zeit und die Kraft der Patientin bze. des Patienten verbrauchen. Als Beispiele hierfür sollen genannt sein: Händewasch- oder Reinigungszwang (z.B. jede Verschmutzung, insbesondere durch Kot, vermeiden), Ordnungszwang (z.B. alles muss auf dem Pult in ganz bestimmter Anordnung liegen), Kontrollzwang (z.B. wiederholtes Kontrollieren, ob die Wohnungstür abgeschlossen ist), Bewegungsablaufszwang (z.B. nur auf eine ganz bestimmte Art aus dem Bett aufstehen können, weil sonst an diesem Tag alles schief laufen würde).

 

Unter Zwangsgedanken versteht man Gedankengänge, die immer wieder durchgedacht oder innerlich zitiert werden müssen, damit nicht etwas Furchtbares geschieht (z.B. stetes Wiederholen eines Satzes wie "Dass nichts passiere!")

 

Zwangsimpulse bezeichnen Befürchtungen, der/die Betroffene würde plötzlich etwas tun, was überhaupt nicht zu ihm/ihr passen würde (z.B. das eigene Kind aus Verzweiflung an die Wand werfen, oder: nackt auf die Strasse rennen).

 

Für Zwangsstörungen wurden in den vergangenen 20 Jahren störungsspezifische, verhaltenstherapeutische Techniken entwickelt, die bei diesem schweren, selten spontan heilenden Leiden aus der Krankheit heraushelfen können. Gelegentlich wirken parallel zur Psychotherapie (hochdosierte) Serotonin-Rückaufnahmehemmer (SSRI-Antidepressiva).