Depressionen

Depressionen, wenn plötzlich aus heiterem Himmel dunkle Wolken über die Emotionen ziehen, sind sehr unangenehme Krankheiten: Freudfähigkeit, Antrieb und Interessen gehen verloren, die Stimmung wird bedrückt. Häufig verschlechtert sich der Schlaf, z.B. in Richtung eines sog. zerhackten Schlafs mit wiederholtem Erwachen oder zu Durchschlafstörungen hin, man beginnt an Morgenmüdigkeit zu leiden und möchte am liebsten gar nicht mehr aufstehen.

 

Depressionen sind zudem gefährliche Krankheiten, wissen wir doch, dass nicht selten Schuldgefühle auftreten und Ängste entstehen, es werde nie mehr besser mit diesem Zustand. Das kann nicht selten zu Selbstmordgedanken führen. Und leider gehen auch wirklich etwa der Hälfte aller Selbstmorde Depressionen voraus, die möglicherweise durch rechtzeitige Behandlung der Depression vermieden werden könnten. In der Schweiz haben wir leider etwa dreimal so viele Selbstmordtodesfälle wie Verkehrsunfalltodesfälle zu beklagen. Dies zu ändern, wollen wir anstreben.

 

Wir Ärzte unterscheiden verschiedene Formen und Schweregrade von Depressionen, was aber meist nur für die zu wählende Behandlung ausschlaggebend ist. Leichte Depressionen sind oft allein durch eine Psychotherapie genügend behandelt, wobei sich verschiedene Psychotherapieformen wie Gesprächspsychotherapie, kognitive Verhaltenstherapie und psychodynamische Verfahren ähnlich gut eignen. Dies gilt besonders, wenn es sich um eine Depression handelt, die durch eine bestimmte Belastung, z.B. ein belastendes Lebensereignis oder eine Mobbing-Situation am Arbeitsplatz, ausgelöst wird. Zur Behandlung schwerer Depressionen werden häufig zusätzlich zur Psychotherapie antidepressiv wirkende Medikamente verordnet. Wichtig ist auch zu wissen, dass sportliche Aktivität eine deutliche antidepressive Wirkung hat, weshalb wir unsere depressiven Patienten immer auch motivieren, sobald als irgend möglich mit Sport zu beginnen, auch wenn die Selbstmotivation dazu noch fehlen mag.